Warum ist der Rückkaufswert, den meine Versicherung bezahlt, bei Kündigung so niedrig?

Lebens- und Rentenversicherung als „legaler Betrug“

Bei Abschluss eines Lebens- oder Rentenversicherungsvertrages wird Ihnen versprochen, dass die eingezahlten Beiträge in Ihrem Interesse gewinnbringend verwendet werden und eine angemessene Verzinsung erfolgt. Die Versicherer halten aber nicht das, was sie versprechen. Es wird sogar von „legalem Betrug“ gesprochen (Landgericht Hamburg, Urteil vom 03.06.1983, 74 O 47/83).

Abzüge bei Kündigung

Tatsächlich bedienen sich Versicherer großzügig selbst: Sie verrechnen Abschlusskosten, wie Vermittlungsprovisionen, mit den Beiträgen (in der Regel im sog. Zillmerverfahren). Hinzu kommen sog. Stornoabzüge als „Strafe“ für eine vorzeitige Kündigung. Die Abschlusskosten machen in der Regel etwa 4%, die Stornokosten nochmals etwa 5% aller von Ihnen eingezahlten Beiträge aus.

Die Rendite von Lebens- und Rentenversicherungsverträgen bleibt daher regelmäßig hinter den Erwartungen zurück. Häufig werden nicht einmal Sparbuchzinsen erreicht. Bei sog. Frühstornofällen (Kündigung in der Anfangsphase des Vertrages) erhalten Sie sogar deutlich weniger erstattet, als Sie an Prämien eingezahlt haben.

Verrechnungen nur bei wirksamer Vereinbarung

Voraussetzung für solche Abzüge ist aber eine wirksame vertragliche Vereinbarung im Versicherungsvertrag. Diese fehlt häufig.

Der Hintergrund: Bei den Vertragsbedingungen, die bei Abschluss eines Lebens- oder Rentenversicherungsvertrages vom Versicherer gestellt werden, handelt es sich um allgemeine Geschäftsbedingungen. Diese unterliegen als „Kleingedrucktes“ einer gesetzlichen und gerichtlichen Überprüfung gemäß § 305 ff. BGB. Die Rechtsprechung ist streng und korrigiert immer häufiger die Selbstbedienungsmentalität der Versicherungsgesellschaften. Die Gerichte schützen Versicherungsnehmer, indem Sie Versicherer in die Schranken weisen.

Posted in: Informationen zu Lebens- und Rentenversicherungen